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Pressemitteilung Marfan Hilfe (Deutschland) e.V.
10.10.2007
Durchbruch für die Versorgung von chronisch Kranken Marfan-Sprechstunde im UKE nach § 116 b SGB V zugelassen
Die seit zehn Jahren bestehende Sprechstunde für Menschen
mit Marfan-Syndrom am Universitären Herzzentrum Hamburg (UHZ) des Universitätsklinikums
Hamburg-Eppendorf (UKE) hat die Genehmigung zur ambulanten Behandlung von Marfan-Patienten
im Krankenhaus erhalten. Damit darf das UKE als einziges Klinikum in Norddeutschland
Patienten mit dieser seltenen Erkrankung gemäß der neuen Richtlinie
des § 116 b ambulant behandeln.
Der § 116 b des Sozialgesetzbuchs
V, für den sich die Marfan Hilfe (Deutschland) e.V. gemeinsam mit Ärzten
des UHZ intensiv eingesetzt hatte, ermöglicht den zugelassenen Krankenhäusern
eine umfassende Versorgung dieser Patienten. Deren Gesundheitsprobleme erfordern
ein interdisziplinär vernetztes Ärzteteam, das den Hausarzt entlastet,
erklärt Professor Dr. Thomas Meinertz, Direktor der Klinik und Poliklinik
für Kardiologie/Angiologie: „Patienten mit diesem komplexen Krankheitsbild
bedürfen einer spezialisierten Behandlung. Dafür haben wir uns in
der Vergangenheit gemeinsam mit der Marfan Hilfe und niedergelassenen Kollegen
eingesetzt." Das Konzept der interdisziplinären Arbeitsweise wurde
vor 10 Jahren durch eine Zusammenarbeit zwischen der Poliklinik des UHZ und
der Marfan Hilfe (Deutschland) e.V. entwickelt, eingeführt und bundesweit
auf andere Marfan-Zentren übertragen. Eine akzeptable finanzielle Basis
wurde erst durch die Einführung des § 116 b SGB V erreicht.
Marfan
Hilfe-Miglied Annegret Schröder aus Büdelsdorf, deren Sohn vom Marfan-Syndrom
betroffen ist, erklärte: „Vor der Gründung der Marfan-Sprechstunde
fühlten wir uns mit der Krankheit allein gelassen. Erst die Marfan Hilfe
und die UKE-Sprechstunde haben dafür gesorgt, dass das Marfan-Syndrom
seinen Schrecken verliert. Wir sind dankbar für dieses großartige
Engagement.“
Das Marfan-Syndrom ist eine Krankheit, die kleinste Fasern
des menschlichen Körpers (Mikrofibrillen) betrifft und Auswirkungen in
vielen Organsystemen hat. Sie gehört mit einer Häufigkeit von ca.
1:5000 zu den seltenen Erkrankungen und ist erblich. Neben den lebensbedrohlichen
Rissen in der Hauptschlagader und Schäden an den Herzklappen kommt es
beim Marfan-Syndrom auch in anderen Bereichen des Körpers zu Problemen,
die die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränken. Dieses
sind u. a. die vielfältigen orthopädischen Probleme, wie Skoliosen
und Fehlstellungen der Hüften, wie auch die Bedrohung des Sehvermögens.
Erblindung auf Grund von Netzhautablösung ist hier kein Einzelfall.
Seit
15 Jahren bietet die gemeinnützige Marfan Hilfe (Deutschland) e.V. mit
Broschüren, Telefonberatung und Veranstaltungen ein umfassendes Informationsangebot
für Patienten und medizinisches Fachpersonal. Gemeinsam mit spezialisierten Ärzten
wird intensiv an den Möglichkeiten gearbeitet, das Leben von Menschen
mit Marfan-Syndrom zu schützen und die vielen noch unbekannten Betroffenen
zu erkennen.
Das UHZ versorgt 24 Stunden am Tag Erwachsene und Kinder mit allen
Herz- und Kreislauferkrankungen aus dem gesamten norddeutschen Raum. Es verfügt über
120 Betten und behandelt jährlich mehr als 5000 stationäre Patienten
in den vier Kliniken für Kardiologie, Kinderkardiologie, Herz- und Gefäßchirurgie
sowie Kinderherzchirurgie. Seit 10 Jahren werden jährlich mehr als 100
Menschen mit Marfan-Syndrom und anderen angeborenen Erkrankungen der Körperschlagader
ambulant versorgt.
Weitere Informationen unter www.marfan.de oder Tel.
0700 – 22
33 4000.
Kontakt zur Marfan Hilfe (Deutschland) e.V.:
Marina Vogler,
Marfan Hilfe (Deutschland) e.V., Postfach 0145, 23691 Eutin
Tel.: 04521-8305035,
Fax: 0700-22 33 4001, E-Mail: presse@marfan.de
Eine Website mit speziellem
Angebot für Presse- und Medienvertreter finden sie unter www.presse.marfan.de.
Kontakt zum Marfan Zentrum Hamburg (UHZ):
PD Dr. Yskert
v. Kodolitsch / Dr. Meike Rybczynski, UHZ, Martinistrasse 52,
20246 Hamburg,
Tel: 040 – 42803-2961
bzw. -3990 oder Marfan@uke.de
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